Heilen im transkulturellen Dialog
Mittwoch, den 11. März 2009 um 13:24 Uhr
Tibetische Medizin als Impulsgeber für notwendige Reformen -
von Dr. Ingfried Hobert
Den Mönchsärzten Tibets ist es zu verdanken, dass uns eine Medizintradition erhalten blieb, die konsequent heilendes Wissen und Rituale für Mensch und Natur in den Mittelpunkt der Therapie stellt und dabei nur ein Ziel vor Augen hat: Einheit und Gesundheit von Körper, Geist und Seele. Sie ist eines der Wunder dieser Welt. Ihre Lebensphilosophie zeigt intelligentes die Menschheit bereicherndes Wissen auf. Ihre Medizin vereint das Wissen verschiedener Heilsysteme: des indischen Ayurveda, der TCM, der persischen Unani-Medizin und der mongolisch-schamanistischen Bönmedizin. Die enge Verbindung von Medizin und Spiritualität macht die Tibetische Medizin zu einer einzigartigen Erscheinung, die unsere Sichtweise von Gesundheit und Krankheit
um wertvolle Elemente bereichert. Sie hat eine zukunftsweisende Potenz vor dem Hintergrund einer längst überfälligen Integration asiatischer Therapiemodelle in eine wirklich ganzheitliche Medizin.
Über jahrtausende ausgereifte Diagnoseverfahren der genauen Beobachtung und Betastung des Körpers lassen Krankheiten bereits im Frühstadium erkennbar werden. Sie liefern die Diagnose, die bereits Hinweise auf die Ursache offenbart und damit die Botschaft für die notwendige Verhaltensänderung in sich trägt.
Betrachtet man die Essenz der tibetischen Medizin von damals bis heute unter dem Blickwinkel ihrer Effizienz, Integrierbarkeit und Praktikabilität hier im Westen, so findet man neben zukunftsweisenden früherkennenden Diagnoseverfahren ( besonders Pulsdiagnose) und zahlreichen effektiven Therapieverfahren eine Schatztruhe voll mit wichtigen Lebensweisheiten die das unsichtbare Netzwerk und die Faktoren, die das Menschsein bestimmen zu ordnen vermögen. In einem ganzheitsmedizinischen Ordnungskonzept wird diese Kunst des Heilens zeitgleich auf körperlicher und geistiger Ebene umgesetzt.
Heilkräuter, Ernährung und spezielle Heilverfahren
Heilkräuter und Pillen aus pflanzlichen, tierischen, mineralischen und metallischen Substanzen aus dem Himalaja, geerntet nach strengen astrologischen Regeln, werden nach uralten bewährten Rezepten hergestellt. Sie sind in der Lage Krankheiten erstaunlich effektiv zu behandeln.
Typgerechte, der Tages- und der Jahreszeit angepasste Nahrungsmittel, gezielt nach  ihren Geschmacks- und Wirkqualitäten ( Zuordnung zu den 5 Elementen) eingesetzt, wirken wie Heilmittel und stärken das Gleichgewicht der Lebensessenzen. Moxatherapie, Akupunktur, Öl-und Klangschaalenmassagen, Kräutereinreibungen, Einrenktechniken, Aderlass und Schröpfen sind spezielle Therapieverfahren die richtig eingesetzt zur Gesundung führen.
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Behandlung durch spirituelle Therapien
Heilungsrituale ( Suggestivmantras) und spezielle Geistes-und Körperübungen beschleunigen und vertiefen den Heilungsprozess. Dazu gehören neben Lu Jong, Kum Nye und Atemübungen, regelmäßige Kontemplation in Stille und Askese. Unabdingbar für tiefgreifende Heilung ist die Meditation, die konzentrierte Sammlung in der Stille um dem Lärm des Alltags etwas entgegen zu setzen, den Geist zur Ruhe kommen zu lassen, Bewusstheit und Wachheit mittels traditioneller Technik zu trainieren ( geistiges „Zähneputzen“)
Änderung der Verhaltens-und Lebensgewohnheiten
Gespeist und beseelt mit traditionellem und aktuellen Gedankengut des Dalai Lama (Wohlwollen, edles Verhalten, Liebe und ein frohes Herz sind die beste Arznei) fungiert der tibetisch orientierte Arzt als Berater und Geburtshelfer neuer heilender Ideen. Dabei ist er selbst bemüht vorbildhaft aus spiritueller Wachheit zu handeln. Mit lebens-ordnenden Gesprächen informiert und motiviert er mit der richtigen Potenz um „mundgerecht“ den Weg zur Freiheit von krankmachenden Einschränkungen und Anhaftungen fortzuschreiten. Â
So wird Krankheit zur Chance für einen Neuanfang, Auslöser eines neuen Lebensabschnittes. Wir erhalten die Möglichkeit mit neuer Kraft das zu verwirklichen was von Natur aus in uns angelegt ist.
Thesen:
Notwendigkeit grundlegender Veränderungen:
Betrachtung des Menschen als Ganzes innerhalb seiner Lebensumstände – spirituelle Begleitung zu einem sinnerfülltem Leben - Stärkung des Gesunden statt Verdrängung des unangenehmen – Hilfe beim Aufdecken Verstehen und Ausschalten von Krankheitsursachen-Nebenwirkungsfreie Naturmedizin-Anleitung zu gesunder Lebensführung-Entspannungstechniken-Der Arzt selbst als Medizin, als kraftvoller Begleiter und Lehrer
Arzt als Heiler
Arzt als Heiler des Volkes muß frei und unabhängig seiner Mission und Berufung nachgehen können, ohne sich in Bürokratie und betriebswirtschaftlichen Zwängen zu verschleißen.
Bürokratische Schikanen müssen dem Wohle des Patienten nachgeordnet werden.
Zeit für die Begegnung
Die Begegnung zwischen Arzt und Patient muß die Möglichkeit einer tiefen menschlichen Berührung in sich tragen. Sie ermöglicht die Übertragung von Kraft und Vertrauen in den Heilungsprozess.
Dazu ist Zeit zwischen Arzt und Patient notwendig. Diese muß anderen Stellenwert bekommen
Ganzheitliche Diagnostik
Die Person des Arztes, seiner diagnostischen Kenntnisse, seiner Intuition und seiner gereiften Erfahrung muß Vorrang finden vor der Apparatemedizin. Diese zerlegt den Patienten zu oft und unnötig in seine Einzelteile und verliert dabei den Überblick für das Ganze. Die Einheit von Körper, Geist und Seele gerät aus dem Blickfeld. Die Pulsdiagnose muß als wertvolles Diagnosewerkzeug Einzug finden.
Einschränkung von Gerätemedizin. Honorierung von Untersuchung „per Hand“.
Wertschätzung des Kranken
Wirklich Kranke werden zur Zeit zu einem Risiko für den Arzt da er eindeutig betriebswirtschaftliche Nachteile durch sie hat.
Dies kann und darf nicht sein
Gesellschaftlicher Irrglauben
Hoher Druck, Patient muß schnell gesund- schnell fertig machen- Verdrängen der Ursachen, Versuch alles zu verbannen was unangenehm ist, Ausheilung nicht möglich.
Beispiel: Überimpfungen, Antibiotikagabe, Unterdrückung von Symptomen
Krankheitsursachen müssen erarbeitet werden, Anleitung zur Ausschaltung der Ursachen bevor chemische Medikamente eingesetzt werden
Prävention – Ansteckende Gesundheit
Der Arzt hat die Funktion als Wegweiser, Philosoph und Lehrer und seine Aufgabe ist es ihn gesund zu erhalten. Dazu bedarf es Zeit.
Prävention muß ein deutlich erkennbarer Eckfeiler der Gesundheitspolitik und der Â
ärztlichen Tätigkeit sein.
Nebenwirkungen- Pharmaindustrie ( 25 000 Todesfälle durch Nebenwirkungen von Medikamenten)
Nebenwirkungen werden bagatellisiert und verschwiegen. Die Gesellschaft wird in Bewusstseinfeldern gefangen und manipuliert. Symptombekämpfung unter Inkaufnahme hoher Nebenwirkungen statt ursächlicher Therapie.
Pharmaindustrie schafft sich selbst ihre Märkte ( Vogelgrippe, Gebährmutterhalsimpfungen, Cholesterinwahn Hormonskandale usw)
Zu hoher Vernetzungsgrad zwischen Pharmaindustrie und politischen Funktionären.
Transparenz erforderlich. Die Flut neuer wie alter unnutzer Medikamente ist zu stoppen.
Pharmaindustrie-Importbarrieren
Die Pharmaindustrie verhindert den Import von preisgünstigeren Mitteln um den Heimatmarkt zu schützen. Sie verhindert ebenfalls in Import von effektiven Naturheilmitteln die in anderen Ländern wissenschaftlich anerkannt sind. Sehr effektive Naturheilmittel aus Indien und Südostasien dürfen z.b. nicht importiert werden obwohl ihr Einsatz dem Wohle der Menschen hier eindeutig zu Gute käme
Öffnung der Märkte für seit Jahrhunderten bewährte Naturheilmittel.
Traditionelle Medizin- Beispiel Akupunktur
Über Jahrtausende gereiftes und bewährtes medizinisches Wissen muß von Krankenkassen anerkannt werden. Beispiel: Die WHO hat bereits vor 30 Jahren die Anwendbarkeit und Wirksamkeit der Akupunktur für 45 Krankheiten bestätigt. Mehr als 100 000 Studien weltweit bestätigen die Wirksamkeit. Heute wird TCM bei 1/3 der Menschheit regelmäßig angewendet. In Deutschland nur für 2 Indikationen zugelassen. TCM weiter von KK nicht zugelassen und damit dem Patienten vorbehalten trotz wissenschaftlicher Wirksamkeitsnachweise und obwohl selbst in Unikliniken aus Kostengründen und wegen der hohen Effizienz regelmäßig angewendet.
Aufnahme von z.b. TCM als kassenärztliche Leistung + Akupunktur für 45 Indikationen